Zurück in der 3. Liga: Unsere 1. Damen holen zum Auftakt den ersten Punkt
Was für ein Auftakt. Was für eine Moral. Und was für ein besonderer Moment für den Königsdorfer Handball.
Unsere 1. Damenmannschaft hat bei ihrer Rückkehr in die 3. Liga direkt den ersten Punkt geholt. Gegen die Zweitvertretung der HSG Bensheim/Auerbach erkämpfte sich das Team vor heimischer Kulisse in der Gerhard-Berger-Halle ein Unentschieden – und zeigte dabei vor allem eines: Diese Mannschaft ist bereit, sich der Herausforderung 3. Liga zu stellen.
Nach der Meisterschaft in der Regionalliga und dem erfolgreichen Abschluss der „Mission 3. Liga“ begann am Sonntag das nächste Kapitel einer langen Geschichte erfolgreichen Frauenhandballs beim TuS Königsdorf.
Entsprechend groß waren Spannung und Vorfreude vor dem ersten Spiel. Wie stark ist die neue Liga? Wo steht die eigene Mannschaft nach der Vorbereitung? Und wie würde das Team mit der besonderen Situation des ersten Drittliga-Heimspiels umgehen?
Trainer Ole Romberg beschrieb die Ausgangslage so:
„Wir wussten vor dem Spiel nicht so richtig, wo wir stehen. Wie gut ist der Gegner? Wie gut sind wir? Was erwartet uns in der 3. Liga und bei so einem Saisonauftakt zu Hause?“
Schwieriger Start – starke Antwort
Diese Unsicherheit war der Mannschaft zunächst anzumerken. Königsdorf fand nur schwer in die Partie und musste sich erst an Tempo und Intensität der neuen Spielklasse gewöhnen.
Doch genau hier zeigte das Team bereits eine Qualität, die an diesem Nachmittag noch entscheidend werden sollte: Moral.
Die Mannschaft kämpfte sich zurück, fand zunehmend zu ihrem eigenen Spiel und hatte schließlich ihre stärkste Phase der ersten Halbzeit. Mit einem Zwei-Tore-Vorsprung ging es in die Kabine.
„Wir sind sehr schlecht in die Partie gekommen, haben uns dann aber super zurückgekämpft und richtig gut in den Flow gefunden“, so Romberg.
Nach der Pause wiederholte sich das Bild zunächst. Erneut erwischte Bensheim/Auerbach den besseren Start. Königsdorf verlor seinen Rhythmus und geriet mit mehreren Treffern in Rückstand.
Doch auch diesmal ließ sich die Mannschaft nicht abschütteln.
Bis zur letzten Sekunde gekämpft
Tor um Tor arbeitete sich der TuS zurück. Auch in Situationen, in denen das Spiel endgültig hätte kippen können, blieb die Mannschaft mutig und vertraute weiter auf ihre eigenen Stärken.
„Da muss ich meiner Mannschaft ein riesengroßes Kompliment machen“, sagte Romberg. „Wir haben eine sehr gute Moral bewiesen, sind weiter mutig geblieben und haben Vertrauen in unsere eigenen Stärken und unser System gehabt.“
Die Schlussphase hatte dann alles, was man sich von einem Drittliga-Heimspiel wünschen kann: Tempo, Intensität, Emotionen – und Spannung bis zur allerletzten Sekunde.
Mit einem gehaltenen Siebenmeter sicherte sich Königsdorf schließlich das Unentscheiden und damit den ersten Punkt der neuen Saison. Anschließend bekam der TuS sogar noch einmal den Ball und damit die Chance, die Partie komplett zu drehen.
Zum Sieg reichte es nicht mehr.
Aber der erste Punkt war da.
Der erste Punkt nach der Rückkehr in die 3. Liga.
„Ein Riesenerfolg, auf dem wir aufbauen können“
Abteilungsleiter Luca Houseman hob vor allem die Moral der Mannschaft hervor:
„Wir haben sowohl in der ersten als auch in der zweiten Halbzeit den Start ein bisschen verschlafen, uns danach aber jeweils grandios zurückgekämpft. Am Ende haben wir uns absolut verdient den ersten Punkt unserer Drittliga-Saison geholt.“
Für ihn hat das Ergebnis auch für die gesamte Handballabteilung eine besondere Bedeutung:
„Für uns als TuS Königsdorf ist das ein Riesenerfolg, auf dem wir aufbauen können. Genau mit dieser Moral wollen wir die Mannschaft auch in den kommenden Spielen sehen.“
Auch Ole Romberg ordnete das Unentschieden nach dem wechselhaften Spielverlauf positiv ein:
„Insgesamt ist das absolut ein Bonuspunkt und nach dem Spielverlauf auch ein gewonnener Punkt.“
Fast noch wichtiger als das Ergebnis war für den Trainer allerdings eine andere Erkenntnis: Seine Mannschaft kann auf diesem Niveau mithalten – obwohl sie ihr eigenes Leistungsvermögen noch längst nicht vollständig ausgeschöpft hat.
„Man hat gemerkt, dass wir noch lange nicht an unserem Leistungslimit sind. Und genau das stimmt mich positiv. Ich glaube, wir brauchen uns in dieser Liga nicht zu verstecken.“
Eine große Tradition des Königsdorfer Frauenhandballs
Dass die 1. Damen heute wieder auf bundesweiter Ebene antreten, knüpft an eine bemerkenswerte Geschichte an.
Bereits 1990 schafften die Königsdorfer Damen den Sprung in die damalige Regionalliga West, zu dieser Zeit die dritthöchste Spielklasse im deutschen Frauenhandball. Über viele Jahre etablierte sich die Mannschaft auf diesem Niveau und spielte mehrfach um den Sprung in die 2. Bundesliga.
Der größte Erfolg folgte zur Jahrtausendwende. Nach der Regionalliga-Meisterschaft in der Saison 1999/2000 setzte sich Königsdorf in den entscheidenden Aufstiegsspielen durch und schaffte den Sprung in die 2. Handball-Bundesliga.
Als SG Königsdorf/HVV Köln spielte die Mannschaft anschließend zwei Spielzeiten – 2000/01 und 2001/02 – in der zweithöchsten deutschen Spielklasse. Im ersten Jahr gelang sogar der Klassenerhalt.
Auch die 3. Liga ist für den TuS kein völliges Neuland. Zuletzt spielte die 1. Damenmannschaft in der Saison 2021/22 auf diesem Niveau.
Die Mannschaft von Ole Romberg schreibt damit nicht das erste Kapitel überregionalen Spitzenhandballs in Königsdorf.
Sie schreibt diese Geschichte weiter.
Stolz im ganzen Verein
Mit Gerd Koslowski, dem Vorsitzenden des TuS Königsdorf, verfolgte auch der Gesamtverein die Drittliga-Premiere der neuen Saison mit großer Aufmerksamkeit.
„Der gesamte TuS ist mega stolz auf die Leistung der Damen und darauf, was sie erreicht haben, um überhaupt erst hierhin zu kommen“, sagte Koslowski.
Auch er sah die Nervosität beim Start in die neue Spielzeit:
„Das erste Spiel hat ein bisschen nervös begonnen. Umso schöner ist es, dass die Damen am Ende noch einen Punkt geholt haben.“
Dabei richtet Koslowski den Blick nicht nur auf diese eine Mannschaft:
„Wir sind alle sehr gespannt, wie sich die neue Saison entwickelt, und sehr stolz auf das Team und die Entwicklung der gesamten Handballabteilung. Wir drücken den Damen für den weiteren Saisonverlauf die Daumen.“
Zurück auf der bundesweiten Handballbühne
So schön der erste Punkt ist, so realistisch bleibt die Einschätzung innerhalb der Mannschaft. Die 3. Liga wird eine enorme Herausforderung. Die Gegner sind stärker, das Tempo höher und jedes Spiel wird dem Team viel abverlangen.
„Es wird brutal schwierig, den Klassenerhalt zu schaffen“, sagt Romberg.
Gleichzeitig nimmt der Trainer viel Zuversicht aus den ersten 60 Minuten mit:
„Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung der Mädels. Das war ein sehr guter Saisonstart.“
Und auch die Zuschauerinnen und Zuschauer bekamen direkt einen Eindruck davon, worauf sie sich in dieser Saison in der Gerhard-Berger-Halle freuen dürfen: höheres Tempo, intensive Duelle, Emotionen und Spannung bis zur letzten Sekunde.
„Es hat einfach Spaß gemacht, in der Gerhard-Berger-Halle dabei zu sein“, fasste Romberg seine Drittliga-Premiere zusammen – auch wenn sie für ihn selbst „sehr spannend, intensiv und nervenaufreibend“ gewesen sei.
Schon am kommenden Freitag wartet das erste Auswärtsspiel und damit die nächste Herausforderung.
Aber nach diesem ersten Heimspiel steht vor allem eines fest:
Der TuS Königsdorf ist zurück in der 3. Liga. Unsere Damen haben ihren ersten Punkt. Und die Geschichte des Königsdorfer Frauenhandballs geht weiter.
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