Die I. Damenmannschaft in der 2. Handball-Bundesliga (2000–2002)
Die I. Damenmannschaft des TuS Blau-Weiß Königsdorf 1900 e.V. spielte in den Saisons 2000/01 und 2001/02 in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen und erlebte damit den bislang größten sportlichen Höhepunkt in der bis dahin 70-jährigen Geschichte der Handballabteilung. Der Verein aus dem Frechener Stadtteil Königsdorf im Rhein-Erft-Kreis trat dort als Spielgemeinschaft SG Königsdorf/HVV Köln an, da er sich mit dem Handballverein HVV Köln zusammenschloss, um den Anforderungen der Bundesliga-Spielklasse gerecht zu werden.
Die Geschichte des Aufstiegs (1990–2000)
Erste Regionalligajahre
Die Handballabteilung des TuS Königsdorf wurde im Jahr 1930 gegründet, zunächst als Feldhandball-Sektion. Der erste große Meilenstein für die Frauen kam mit dem Aufstieg in die Regionalliga West im Jahr 1990. In der zweithöchsten Amateurklasse baute das Team über die folgenden Jahre eine wettbewerbsfähige Mannschaft auf.
Erste Playoff-Teilnahme 1998
Im Jahr 1998 gelang den Königsdorferinnen die Meisterschaft in der Staffel 2 der Regionalliga West. Der Aufstieg in die 2. Bundesliga scheiterte jedoch bereits in der ersten Play-off-Runde am TuS Lintfort. Es war ein herber Rückschlag, der die Königsdorferinnen jedoch nicht entmutigte.
Meisterschaft und Aufstieg 2000
Zwei Jahre später, in der Saison 1999/2000, schaffte die Mannschaft erneut die Meisterschaft in der Regionalliga West und setzte sich diesmal auch in den entscheidenden Play-off-Spielen durch. Im Play-off-Finale besiegten die Königsdorferinnen den SC Greven 09 und stiegen damit erstmals in die 2. Bundesliga auf. Dieses Finale gegen den renommierten SC Greven 09 war sportlich wegweisend: Greven war ein erfahrener Zweitligist, der in der Bundesligageschichte bereits mehrfach aufgestiegen war.
Um für den Spielbetrieb in der 2. Bundesliga gerüstet zu sein, bildete der TuS Königsdorf eine Spielgemeinschaft mit dem HVV Köln – ein damals übliches Modell kleiner Vereine aus der Region, um die breitere logistische und spielerische Basis einer Bundesligamannschaft sicherzustellen.
Saison 2000/01: Knappes Überleben
Tabellensituation
Die SG Königsdorf/HHV Köln spielte in der Staffel Süd der 2. Handball-Bundesliga, die mit 14 Mannschaften besetzt war. Es war für die Königsdorferinnen das erste Jahr auf Bundesliganiveau – und ein hartes Lehrjahr. In der Abschlusstabelle belegte die Spielgemeinschaft den 11. Platz mit folgender Bilanz:
Mit 8 Siegen, einem Unentschieden und 17 Niederlagen sowie einem Tordifferenz von −115 war es eine bescheidene, aber letztlich ausreichende Bilanz. Der Klassenerhalt gelang denkbar knapp: Die Hasper SV (Platz 12) und die Eintracht Baunatal (Platz 13) sowie die HSG Albstadt (Platz 14) stiegen ab – Königsdorf blieb drin.
Meisterin der Staffel
Die Staffel gewann SV Teutonia Riemke mit 40:12 Punkten und stieg in die 1. Bundesliga auf. Die zweitbeste Mannschaft der Staffel, die DJK Augsburg-Hochzoll, spielte zudem in der Aufstiegsrelegation gegen den Aufsteiger aus dem Norden, verlor aber gegen HC Empor Rostock (20:24 und 20:25), sodass Augsburg in der 2. Bundesliga verblieb.
Saison 2001/02: Abstieg nach harter Saison
Tabellensituation
Auch in der zweiten Bundesligasaison spielte die SG Königsdorf/HHV Köln in der Staffel Süd. Es war eine noch härtere Spielzeit. Am Ende stand Platz 13 von 14 – deutlich unterhalb der Abstiegszone, mit nur einem Saisonhöhepunkt: einem Unentschieden.
5 Siege, 1 Unentschieden, 20 Niederlagen – die Saison war sportlich eine bittere Erfahrung. Das Torverhältnis von 595:720 und die Differenz von −125 Toren spiegeln die Mühe wider, die die Spielgemeinschaft gegen die etablierten Zweitligisten hatte.
Abstieg
Die offiziellen Absteiger aus der 2. Bundesliga Staffel Süd in der Saison 2001/02 waren:
Eintracht Baunatal (Lizenzentzug)
TV Ortenberg
SG Königsdorf/HHV Köln
PSV Recklinghausen
Der PSV Recklinghausen hatte noch schlechtere Zahlen (nur 6:46 Punkte), doch der Abstieg für Königsdorf war damit offiziell besiegelt. Die Spielgemeinschaft war nach nur zwei Jahren in der 2. Bundesliga wieder in der Regionalliga.
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