Christian Ramota – Vom TuS Königsdorf bis auf die größte Handballbühne der Welt
Wenn man heute über die erfolgreichsten Handballer spricht, die ihre ersten Schritte beim TuS Königsdorf gemacht haben, führt kein Weg an Christian Ramota vorbei.
Seine Geschichte ist außergewöhnlich. Nicht nur wegen der Titel und Erfolge, die später folgen sollten, sondern auch deshalb, weil sein Weg im Handball ungewöhnlich spät begann.
Geboren am 14. April 1973 in Köln-Lindenthal, fand Christian Ramota erst mit 15 Jahren den Weg zum Handball. Während viele spätere Nationalspieler bereits als Kinder in der Halle standen, spielte er zunächst Basketball und Fußball. Erst beim TuS Königsdorf entdeckte er seine Leidenschaft für den Handballsport und stellte sich zum ersten Mal zwischen die Pfosten.
Was damals niemand ahnen konnte: Aus dem Jugendlichen, der in Königsdorf seine ersten Handballerfahrungen sammelte, sollte wenige Jahre später einer der erfolgreichsten deutschen Torhüter seiner Generation werden.
Bereits ein Jahr später wechselte Ramota in die Jugend von Bayer Dormagen, anschließend zur Polizei Allianz Köln. Sein Talent blieb nicht lange unentdeckt. 1991 unterschrieb er beim traditionsreichen VfL Gummersbach. Dort schaffte er den Sprung in die Bundesliga und entwickelte sich zu einem der besten Torhüter Deutschlands.
Es folgten Stationen beim TV Großwallstadt, dem TBV Lemgo, erneut beim VfL Gummersbach und schließlich beim HBW Balingen-Weilstetten. Insgesamt absolvierte Christian Ramota beeindruckende 456 Bundesligaspiele und gehörte über viele Jahre zur absoluten Spitze des deutschen Handballs.
Seine größten Erfolge feierte er jedoch im Trikot der deutschen Nationalmannschaft.
1993 debütierte er für die DHB-Auswahl. In den folgenden Jahren bestritt er 147 Länderspiele und bildete gemeinsam mit Henning Fritz eines der stärksten Torhütergespanne Europas.
Mit der Nationalmannschaft gewann er:
- Silber bei der Europameisterschaft 2002
- Silber bei der Weltmeisterschaft 2003
- Gold bei der Europameisterschaft 2004
- Silber bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen
Für den Gewinn der olympischen Silbermedaille wurde Christian Ramota mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet – der höchsten sportlichen Ehrung der Bundesrepublik Deutschland.
Besonders bemerkenswert bleibt dabei die Geschwindigkeit seiner Entwicklung. Innerhalb weniger Jahre schaffte er den Weg vom Anfänger beim TuS Königsdorf bis in die Bundesliga und später auf die größten internationalen Handballbühnen der Welt. Solche Karrieren sind selbst im Leistungssport äußerst selten.
Trotz aller Erfolge bleibt Christian Ramota ein wichtiger Teil der Geschichte des TuS Königsdorf. Seine Laufbahn zeigt, welche Wege der Sport eröffnen kann und dass große Karrieren manchmal dort beginnen, wo niemand sie erwartet: in einer Sporthalle eines Dorfvereins.
Für unsere Handballabteilung ist Christian Ramota bis heute ein Beispiel dafür, was mit Talent, Leidenschaft, Fleiß und Durchhaltevermögen möglich ist.
Wir sind stolz darauf, dass die Reise eines Europameisters, Olympiamedaillengewinners und Nationaltorhüters einst beim TuS Königsdorf begonnen hat.
Christian Ramota
- Geboren: 14. April 1973 in Köln-Lindenthal
- Erste Handballstation: TuS Königsdorf (1988–1989)
- 456 Bundesligaspiele
- 147 Länderspiele für Deutschland
- Europameister 2004
- Olympische Silbermedaille 2004
- Silbernes Lorbeerblatt der Bundesrepublik Deutschland
"Manchmal beginnt eine außergewöhnliche Karriere genau dort, wo die Freude am Sport zum ersten Mal entsteht."
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