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Handball-Archiv 29. August 1971

Als Königsdorf eine ganze Woche lang Handball feierte

Das Stiftungsfest 1971 – eine Festwoche, wie sie heute kaum noch vorstellbar ist

Elf Tage Sport. Turniere von morgens bis abends. Festumzug, Gottesdienst, Kranzniederlegung, Musik, Ehrungen und Spiele gegen Bundesligamannschaften.

Wer heute einen Blick in das Programmheft des Stiftungsfestes von 1971 wirft, reibt sich unweigerlich die Augen. Was damals anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Handballabteilung (damals wurde von 1946 an gerechnet) und des 50-jährigen Jubiläums der Fußballabteilung auf die Beine gestellt wurde, war weit mehr als ein Vereinsfest. Es war ein gesellschaftliches Ereignis für ganz Königsdorf.

Vom 19. bis zum 29. August 1971 stand der Ort nahezu vollständig im Zeichen des Sports. Die Festwoche begann mit einer offiziellen Eröffnung im Festzelt. Es folgten Fußball- und Handballspiele, Jugendturniere, ein Sternlauf durch Königsdorf, Gottesdienst mit Kranzniederlegung am Ehrenmal, Freundschaftsspiele, ein großes Handballturnier, Ehrungen langjähriger Mitglieder und zahlreiche gesellige Veranstaltungen.

Besonders eindrucksvoll liest sich das sportliche Programm. Während heute ein Turnier meist an einem Wochenende stattfindet, wurden damals über viele Tage hinweg nahezu ununterbrochen Spiele ausgetragen. Jugend-, Damen- und Seniorenmannschaften standen ebenso auf dem Platz wie die erste Mannschaft des TuS.

Ein Höhepunkt der Festwoche war sicherlich der Besuch hochklassiger Gastmannschaften. So empfing die Handballabteilung den damaligen Bundesligisten TV Oppum, den Deutschen Meister von 1969. Für die Zuschauer in Königsdorf war dies eine seltene Gelegenheit, Spitzenhandball aus nächster Nähe zu erleben.

Auch der Fußball sorgte für einen besonderen Höhepunkt. Geplant war ein Spiel gegen den frischgebackenen Deutschen Fußballmeister Borussia Mönchengladbach. Kurz vor Drucklegung der Festschrift mussten die Verhandlungen zwar noch als offen bezeichnet werden, allein die Aussicht auf ein solches Spiel zeigt jedoch, welchen Stellenwert das Jubiläum damals besaß.

Heute mag man sich fragen, warum dieses Jubiläum überhaupt Stiftungsfest genannt wurde.

Der Begriff stammt aus der langen Tradition deutscher Turn- und Sportvereine. Mit einer Stiftung ist dabei keine Organisation gemeint, sondern die Gründung eines Vereins oder einer Abteilung. Das Stiftungsfest erinnerte an diesen Gründungsakt und würdigte die Frauen und Männer, die den Verein einst ins Leben gerufen hatten. Es war gleichzeitig Dank an die Gründer, Rückblick auf das Erreichte und Verpflichtung für die Zukunft.

Genau diese Gedanken spiegeln sich auch in den Grußworten der Festschrift wider. Immer wieder wird dort nicht der sportliche Erfolg in den Mittelpunkt gestellt, sondern das ehrenamtliche Engagement, die Jugendarbeit und die Verantwortung gegenüber der Dorfgemeinschaft. Werte, die den TuS Königsdorf bis heute prägen.

Rückblickend erzählt das Stiftungsfest von 1971 deshalb weit mehr als nur die Geschichte eines Jubiläums. Es erzählt von einer Zeit, in der Sportvereine das gesellschaftliche Leben eines Dorfes maßgeblich mitgestalteten. Über viele Tage hinweg kamen Menschen zusammen, nicht nur um Spiele zu sehen, sondern um Gemeinschaft zu erleben.

Fast 100 Jahre nach der Gründung unserer Handballabteilung (heute rechnen wir von 1930 an) wirkt ein solches Fest beinahe unglaublich. Und vielleicht liegt gerade darin seine größte Botschaft: Es zeigt, was möglich ist, wenn viele Ehrenamtliche gemeinsam an einer Idee arbeiten.

Das Stiftungsfest 1971 war kein gewöhnliches Vereinsjubiläum. Es war ein Ausdruck dessen, was den TuS Königsdorf damals wie heute ausmacht: Gemeinschaft, Engagement und die Freude am Sport.

Festzeitschrift zum Stiftungsfest

50 Jahre Fußball, 25 Jahre Handball

Grußwort 1. Vorsitzender TuS Blau-Weiß Königsdorf

Grußwort des Kreisvorsitzenden

Grußwort Handballverband Mittelrhein e.V.

Programm Stiftungsfest

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