Vieles stimmt, die Punkte fehlen noch: 1. Damen unterliegen TV Aldekerk
Unsere 1. Damen warten in der 3. Liga weiter auf den ersten Saisonsieg. Gegen den erfahrenen TV Aldekerk unterlag der TuS am Samstag in der Gerhard-Berger-Halle mit 26:31. Das Ergebnis erzählt allerdings nur einen Teil der Geschichte: Über weite Strecken zeigte Königsdorf erneut, dass die Mannschaft in der neuen Spielklasse mithalten kann.
Nach dem Unentschieden zum Saisonauftakt gegen die HSG Bensheim/Auerbach II und der deutlichen Niederlage beim 1. FC Köln wollte die Mannschaft von Trainer Ole Romberg vor heimischer Kulisse die nächsten Punkte holen.
Und lange sah es so aus, als könnte das gelingen.
Starke erste Halbzeit und knappe Führung
Nach einer guten Anfangsphase der Gäste übernahm Königsdorf zunehmend die Kontrolle über die Partie. Aus einem 0:2-Rückstand machte der TuS eine 4:2-Führung und zeigte anschließend über weite Strecken eine starke erste Halbzeit.
Die Führung wechselte mehrfach, beide Mannschaften lieferten sich eine intensive und ausgeglichene Begegnung. Kurz vor der Pause war es Katrin Strub, die mit ihrem fünften Treffer des Tages für die knappe 15:14-Halbzeitführung sorgte.
Für Ole Romberg war gerade diese Phase ein weiterer Beleg dafür, welches Potenzial in seiner Mannschaft steckt:
„Ich glaube, man sieht über viele Phasen, dass wir absolut leistungsfähig sind. Wir haben eine sehr, sehr gute erste Halbzeit gespielt und den TV Aldekerk über weite Strecken kontrolliert.“
Und das unter erschwerten Bedingungen. Verletzungen und Erkrankungen hatten die Trainings- und Personalsituation in den vergangenen Wochen deutlich beeinträchtigt.
Nach der Pause zunächst weiter auf Kurs
Auch aus der Kabine kam der TuS zunächst gut. Königsdorf erhöhte auf 16:14 und machte den eigenen Fans Hoffnung auf den ersten Sieg in der neuen Spielklasse.
Bis weit in die zweite Halbzeit hinein blieb die Begegnung offen.
Dann verlor der TuS jedoch zunehmend die Kontrolle. Im Angriff fehlte in entscheidenden Situationen die Konsequenz, gleichzeitig gelang es defensiv nicht mehr, die knappe Führung zu verteidigen.
„In der zweiten Halbzeit kommen wir irgendwann nicht mehr an das Leistungsniveau heran, das es braucht, um in der 3. Liga zu gewinnen“, analysierte Romberg. „Dann machen wir vielleicht ein, zwei, drei naive Fehler zu viel. Eine Mannschaft wie Aldekerk, die seit vielen Jahren in der 3. Liga spielt und einen sehr erfahrenen Trainer hat, macht diese Fehler eben nicht.“
Genau diese Erfahrung machte am Ende den Unterschied.
Aus einer Partie auf Augenhöhe wurde in der Schlussphase ein Fünf-Tore-Rückstand. Nach 60 Minuten stand eine 26:31-Niederlage auf der Anzeigetafel.
Lehrgeld auf dem Weg in die neue Liga
So bitter das Ergebnis war: Von fehlendem Einsatz konnte keine Rede sein.
„Ich kann meiner Mannschaft keinerlei Vorwurf machen. Wir haben über 60 Minuten aufopferungsvoll gekämpft“, betonte Romberg. „Man sieht, dass wir definitiv konkurrenzfähig sind und auch aus diesem Spiel etwas hätten mitnehmen können.“
Genau darin liegt derzeit die Herausforderung für die Mannschaft.
Die ersten Spiele in der 3. Liga zeigen, dass Königsdorf auf diesem Niveau bestehen kann. Gleichzeitig werden Fehler konsequenter bestraft als noch in der vergangenen Saison. Gute Phasen allein reichen nicht – die Leistung muss über die gesamte Spielzeit abgerufen werden.
„Wir zahlen erneut Lehrgeld“, sagt Romberg. „Aber ich bin mir sicher, dass wir auch daraus unsere Schlüsse ziehen und uns peu à peu an das Niveau heranarbeiten werden, um dann auch für den ersten Saisonsieg infrage zu kommen.“
„Wieder ein Schritt nach vorne“
Nach drei Spieltagen steht der TuS damit bei 1:5 Punkten. Der Blick auf die Tabelle ist momentan allerdings nur ein Teil der Bewertung.
Entscheidend ist die Entwicklung der Mannschaft – und dort sieht Romberg trotz der Niederlage Fortschritte:
„Ich bin weiterhin sehr optimistisch und habe großes Vertrauen in die Mannschaft. Auch in diesem Spiel war wieder ein Schritt nach vorne zu sehen. Es gab viele positive Dinge.“
Dass es trotzdem nicht für Punkte gereicht hat, schmerzt.
„Natürlich ist es sehr bitter, so ein Heimspiel am Ende mit fünf Toren zu verlieren. Ich denke nicht, dass das notwendig gewesen wäre. Trotzdem ist der Sieg für Aldekerk verdient. Herzlichen Glückwunsch an den TV Aldekerk.“
Weiterarbeiten – und die ersten zwei Punkte holen
Für unsere 1. Damen geht es jetzt darum, genau an diesen positiven Phasen anzuknüpfen.
Die Mannschaft hat in den ersten drei Spielen erlebt, wie schmal der Grat in der 3. Liga sein kann. Sie hat aber auch gezeigt, dass sie sich vor dieser Liga nicht verstecken muss.
Der erste Sieg lässt noch auf sich warten.
Aber die Richtung stimmt.
Jetzt heißt es: weiterarbeiten, aus den Fehlern lernen und die guten Phasen Schritt für Schritt über 60 Minuten auf die Platte bringen.
Dann werden auch die ersten beiden Punkte kommen.
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