HandballIcon Abteilung
News 19. August 2026

Klar bleiben, wenn der Druck steigt

Unsere interne Trainerfortbildung widmet sich diesmal dem Umgang mit Druck im Training und Wettkampf

Entscheidende Spielminuten, hohe Erwartungen, nervöse Spielerinnen und Spieler oder kritische Reaktionen von Eltern oder Fans: Druck gehört zum Traineralltag. Entscheidend ist deshalb nicht, ihn vollständig vermeiden zu wollen, sondern ihn frühzeitig wahrzunehmen und konstruktiv mit ihm umzugehen. Genau darum ging es bei unserer internen Trainerfortbildung am 18. August.

Unter der Leitung von Sophia und Milan, die beide Sportpsychologie studiert haben und bereits aktiv Mannschaften im TuS begleiten, beschäftigten sich die teilnehmenden Trainerinnen und Trainer mehr als zwei Stunden lang mit der Frage, wie Druck entsteht, woran er zu erkennen ist und wie er sich bei einem selbst sowie innerhalb einer Mannschaft regulieren lässt.

Dabei stand kein klassischer Vortrag im Mittelpunkt. Stattdessen brachten die Teilnehmenden eigene Situationen aus ihrem Traineralltag ein: ein entscheidendes Qualifikationsspiel, Spielerinnen und Spieler mit Versagensängsten, unterschiedliche Erwartungen an Einsatzzeiten, Druck durch Eltern oder die Herausforderung, im Training gleichzeitig vielen unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden zu müssen.

Schnell wurde deutlich: Druck kann ganz verschiedene Ursachen haben. Erwartungen von außen spielen dabei ebenso eine Rolle wie der eigene Anspruch, gewinnen zu wollen, alle Spielerinnen und Spieler angemessen zu fördern und in schwierigen Situationen die richtige Entscheidung zu treffen. Gleichzeitig reagiert jeder Mensch anders. Während manche unter Druck unruhig und impulsiv werden, ziehen sich andere zurück, verlieren ihre Klarheit oder übertragen ihre eigene Anspannung unbewusst auf die Mannschaft.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Fortbildung lag deshalb auf der Selbstwahrnehmung: Woran merke ich eigentlich, dass mein Druck steigt? Wie verändern sich meine Gedanken, meine Stimme, meine Körpersprache und meine Entscheidungen? Wer diese Signale früh erkennt, kann bewusst gegensteuern – beispielsweise durch einen kurzen inneren Stopp, einen tiefen Atemzug, eine klare Routine oder den Austausch mit dem Co-Trainer.

Auch für den Umgang mit der Mannschaft wurden konkrete Lösungsansätze entwickelt. Dazu gehören eine transparente Ziel- und Erwartungskommunikation, klar verteilte Rollen innerhalb des Trainerteams und der Mannschaft sowie feste Abläufe vor und während eines Spiels. Gerade in hektischen Phasen können vertraute Routinen, kurze mentale Pausen oder ein gemeinsam vereinbarter Anker dabei helfen, wieder Ruhe und Orientierung zu gewinnen.

Ein weiterer wichtiger Gedanke: Drucksituationen lassen sich trainieren. Zeitlich begrenzte Angriffe, simulierte Rückstände, die letzten Sekunden eines engen Spiels oder besondere Aufgabenstellungen im Abschlussspiel schaffen wertvolle Erfahrungen. Dabei geht es nicht darum, künstlich Angst zu erzeugen. Die Spielerinnen und Spieler sollen vielmehr lernen, solche Situationen als Herausforderung anzunehmen, gemeinsam Lösungen zu entwickeln und auch unter Belastung handlungsfähig zu bleiben.

Zum Abschluss formulierten alle Teilnehmenden mindestens eine konkrete Idee, die sie in den kommenden Wochen ausprobieren möchten. Genannt wurden unter anderem bewusst gesetzte Pausen vor impulsiven Reaktionen, Atemtechniken, neue Mannschaftsroutinen, eine klarere Rollenverteilung und eine offenere Kommunikation über Erwartungen und Ziele.

Die Fortbildung zeigte erneut, wie wertvoll der Austausch zwischen Trainerinnen und Trainern unterschiedlicher Alters- und Leistungsklassen ist. Viele Herausforderungen ähneln sich – vom Kinderhandball bis in den Seniorenbereich. Umso hilfreicher ist es, Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsam neue Lösungen zu entwickeln.

Mit unseren internen Trainerfortbildungen möchten wir genau dafür einen regelmäßigen Rahmen schaffen. Die Veranstaltungen verbinden fachlichen Input mit konkreten Fragestellungen aus dem Trainings- und Spielalltag. Niemand muss dabei bereits Experte sein. Entscheidend sind die Bereitschaft, die eigene Arbeit zu reflektieren, und die Lust, sich gemeinsam mit anderen weiterzuentwickeln.

Die nächsten Themen sind bereits im Gespräch – darunter beispielsweise Torwarttraining, Elternkommunikation sowie sportliche und taktische Fragestellungen. Eigene Themenwünsche sind ausdrücklich willkommen. Informiert euch auch gerne hier...

Unser Appell an alle Trainerinnen und Trainer: Nutzt diese Angebote! Jede Teilnahme bringt neue Impulse, praktische Ideen und einen Austausch, von dem nicht nur ihr selbst, sondern vor allem eure Mannschaft profitiert. Denn gute Trainerarbeit entsteht nicht dadurch, bereits alles zu wissen. Sie entsteht durch Neugier, Reflexion und die Bereitschaft, immer wieder dazuzulernen.

Sponsoren

Finde Deinen Sport beim TuS

Hier ist für jeden was dabei: Badminton, Basketball, Fußball, Handball, Turnen oder Volleyball