Dienstagabend, 20:30 Uhr in Rodenkirchen.
Vielleicht nicht die beste Zeit für ein Auswärtsspiel, aber gegen den direkten Tabellennachbarn, die Cologne Kangaroos, sahen die 13 angereisten Königsdorfer Spieler der 3. Herren durchaus eine Chance auf einen Sieg. Ein ähnlich desaströses Ergebnis wie am vergangenen Samstag gegen Hürth-Gluel hatte jedoch niemand erwartet.
Die Anweisungen des Trainers vor Spielbeginn waren relativ eindeutig: Die Kangaroos würden versuchen, uns mit Tempohandball zu überrennen. Darauf wollte man sich jedoch nicht einlassen und stattdessen durch ruhige, konsequente Angriffe sowie eine zügige Rückwärtsbewegung das Spiel steuern.
In der ersten Halbzeit konnte diese Vorgabe auch größtenteils umgesetzt werden. Zwar gelang es den Kangaroos mehrfach, durch eine routiniert gespielte zweite Welle Lücken in die noch nicht sortierte Königsdorfer Abwehr zu reißen, jedoch war Justin im Tor in der Lage, mehrere dieser Durchbrüche mit starken Paraden zu stoppen. Im gebundenen Angriff fanden die Kangaroos zunächst wenig Lösungen, um Abwehr und Torwart zu überwinden. Gleichzeitig konnten die Königsdorfer im Angriff die leicht offensive Deckung des Gegners auseinanderziehen und die dadurch entstandenen Lücken konsequent nutzen.
Bis zur 25. Minute sahen die Zuschauer (u. a. der Hausmeister und die Reinigungskraft) ein ausgeglichenes Spiel. Zum Ende der ersten Halbzeit konnten sich die Kangaroos jedoch aufgrund mehrerer technischer Fehler der Königsdorfer durch Gegenstöße eine 18:14-Führung herausarbeiten.
„Vier Tore sind nichts“, sagte Trainer Ralph in der Halbzeit zu seinen Spielern. Mit konsequenter Rückwärtsbewegung und ruhigem Durchstoßen im Angriff, um Lücken zu ziehen, könne man den Gegner noch schlagen.
Klingt nach einem guten, simplen Plan.
Einziges Problem: die Mannschaft.
Gäbe es keine Videoaufzeichnung des Spiels, könnte man meinen, dass – bis auf Justin – die restlichen Spieler bis zur 44. Minute noch in der Kabine geblieben seien. Denn bis zur 44. Minute gelang es den Königsdorfern nicht, ein einziges Tor zu erzielen, während der Gegner seinen Vorsprung auf elf Tore ausbaute.
Hier ein paar Beispiele, was man alles in 14 Minuten machen könnte:
* Mit der S-Bahn von Königsdorf nach Köln fahren
* Ein Paket Barilla Rigatoni kochen
* 2,8 Kilometer im 5-Minuten-Pace joggen
* Acht Tore erzielen (wie es die 3. Herren in der ersten Halbzeit taten)
Jedenfalls taten die Königsdorfer nichts davon, während der Gegner einen Gegenstoß nach dem anderen lief und jeden Fehlpass oder Fangfehler gnadenlos bestrafte. Auch durch ein Timeout und personelle Wechsel ließ sich die Mannschaft nicht wieder in sicheres, souveränes Fahrwasser bringen.
Erst in der 53. Minute wurde die Vorgabe des Trainers aus der Halbzeit umgesetzt und durch konsequentes Durchstoßen von links nach rechts eine gute Wurfsituation herausgespielt, die auch direkt zum Tor führte. Doch zu diesem Zeitpunkt war der Zug längst abgefahren, und entsprechend endete das Spiel mit 34:22 für die Cologne Kangaroos.
Eine Niederlage, die nicht durch einen Klassenunterschied zu erklären ist, sondern durch die Unfähigkeit der 3. Herren, nach der Halbzeitpause den Kopf anzuschalten.
Nun muss sich das Trainerteam gut überlegen, wie es am kommenden Sonntag im Spiel gegen den Brühler TV verhindern kann, dass sich ein derartiger Totalausfall wiederholt.
Autor: Jan
Finde Deinen Sport beim TuS
Hier ist für jeden was dabei: Badminton, Basketball, Fußball, Handball, Turnen oder Volleyball